Beim Quereinstieg musst du nicht beweisen, dass du den bisherigen Berufsweg «falsch» gewählt hast. Entscheidend ist, welche Kompetenzen du in die neue Richtung mitbringst, welche Lücken noch bestehen und warum der Wechsel realistisch ist.
Ein Berufswechsel kann viele Gründe haben: eine Branche verändert sich, die bisherige Tätigkeit passt nicht mehr, neue Interessen werden wichtiger oder eine Weiterbildung eröffnet einen anderen Weg. berufsberatung.ch empfiehlt für eine Neuorientierung, Motivation, persönliche Situation, vorhandene Kompetenzen sowie mögliche Aus- und Weiterbildungen systematisch zu prüfen.
Zuerst das Ziel klären
«Ich will etwas anderes machen» reicht für eine Bewerbung noch nicht. Je konkreter du die Zielrolle kennst, desto leichter kannst du deinen CV und dein Motivationsschreiben darauf ausrichten.
- Welche Aufgaben möchtest du künftig übernehmen?
- Welche Kenntnisse bringst du bereits mit?
- Welche Anforderungen fehlen dir noch?
- Ist eine formelle Weiterbildung oder ein Abschluss notwendig?
- Ist ein direkter Einstieg realistisch oder braucht es einen Zwischenschritt?
Übertragbare Kompetenzen sichtbar machen
Beim Quereinstieg ist die bisherige Branche oft weniger wichtig als die Frage, welche Fähigkeiten übertragbar sind.
Übertragbar: Teamführung, Einsatzplanung, Budgetverantwortung, Kundenkontakt, Reklamationsmanagement, Kennzahlensteuerung
Diese Kompetenzen sollten im CV nicht versteckt werden. Sie müssen aber zur neuen Zielrolle passen und konkret beschrieben sein.
Schreib den CV nicht so, als würdest du dich wieder für deinen alten Beruf bewerben. Gib den Erfahrungen mehr Gewicht, die für die neue Richtung wirklich nützlich sind.
Kurzprofil beim Quereinstieg
Ein kurzes Profil am Anfang des CV kann beim Berufswechsel besonders hilfreich sein. Es ordnet deinen bisherigen Weg ein und nennt die neue Richtung, bevor die lesende Person nur die alten Jobtitel sieht.
Fehlende Anforderungen ehrlich einordnen
Du musst nicht jede Anforderung eines Inserats bereits erfüllen. Prüfe aber realistisch, welche Lücken lernbar sind und welche Qualifikationen zwingend vorausgesetzt werden.
Bei reglementierten Berufen oder Funktionen mit vorgeschriebenen Abschlüssen genügt Berufserfahrung aus einem anderen Bereich nicht automatisch. In solchen Fällen sollte zuerst geklärt werden, welcher Abschluss oder welche Anerkennung notwendig ist.
Weiterbildung gezielt einsetzen
berufsberatung.ch weist darauf hin, dass ein Berufswechsel je nach Ziel eine neue Aus- oder Weiterbildung erfordern kann. Weiterbildung sollte deshalb nicht einfach «irgendetwas Neues» sein, sondern eine konkrete Lücke für das gewünschte Berufsfeld schliessen.
Motivationsschreiben: Wechsel erklären, nicht entschuldigen
Im Motivationsschreiben reicht eine klare Logik:
- Warum interessiert dich die neue Richtung?
- Welche bisherigen Erfahrungen sind dafür relevant?
- Was hast du bereits getan, um den Wechsel vorzubereiten?
Der Schwerpunkt liegt auf dem nächsten Schritt – nicht auf einer langen Abrechnung mit dem bisherigen Beruf.
Unterstützung nutzen
Die kantonalen Berufs-, Studien- und Laufbahnberatungen unterstützen ausdrücklich bei Neuorientierung und Berufswechsel. Für Personen ab 40 gibt es zudem viamia als Angebot zur beruflichen Standortbestimmung, sofern kein vergleichbares Angebot von ALV, RAV oder IV genutzt werden kann.
CV auf den Quereinstieg ausrichten
Mit mehreren CV-Versionen kannst du für unterschiedliche Zielrollen andere Erfahrungen hervorheben, ohne deinen tatsächlichen Werdegang zu verändern.
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